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Lerntypen nach Markova |

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Ein Bericht für Lerner und Lehrer (/innen ist doch klar!)
HALT, bevor Sie den Bericht lesen, fragen Sie sich einmal zu welchem Lerntypen Sie gehören? Was? Lerntypen? Noch nie gehört! Für was muss ich das wissen? Die Antwort ist ganz einfach: Wer sich und sein Potenzial kennt, kann das Beste aus sich heraus holen. Interessant ist, dass der Lerntyp nicht in erster Linie nur unser Lernen entscheidet . Auch in der Berufswelt oder im Privatleben reagiert jeder Mensch nach seinem Lerntyp. Besser würde ich von einem Sinnespräferenz-Muster sprechen, welches in allen Lebenslagen Verständnis schafft. Das Lerntypenmodell nach Dawna Markova ist so gestaltet, das jeder Mensch sich individuell einreihen kann. Für die Freiheitsliebenden bietet das Modell genügend Platz, um einzigartig zu sein.
Die drei Sinne nach Dawna Markova:
Der Visuelle (V) Der Augenmensch liebt Ordnung und Ruhe. Er plant gerne. Lesen, schreiben und Feinarbeiten liegen ihm gut. Der Visuelle liebt Sicherheit und Kontrolle. In der Schule wirkt er oft brav, ordentlich, still und angenehm. Die Augen sind oft auf den Lehrer gerichtet. Ablenkung durch visuelle Reize.
Der Auditive (A) Der Ohrenmensch ist sozial eingestellt, redet gerne und liebt es in der Gruppe zu arbeiten. Er kann gut organisieren, erteilt gerne Befehle und ist Meister im Small-Talk. In der Schule sind ihm Wiederholungen wichtig. Wiederholen und selbst sprechen gehören beim Lernen dazu. Geräusche lenken ihn gerne ab.
Der Kinästhet (K) Der Handmensch ist der Macher. Er liebt es die Dinge anzupacken und voranzutreiben. Bewegung und Action sind ihm wichtig. Er handelt Nutzenorientiert und sucht neue Wege. Sein Selbstwertgefühl ist gross. In der Schule ist er wohl der auffälligste Schüler. Bewegung gehört zum Lernen dazu. Sobald die Action fehlt, macht er selber welche. Ablenkung ist eine Folge von Bewegungsmangel!
So nun kennen Sie die Spitzen der Eisberge... Dieser kleiner Überblick dient nur zu Verständnisklärung. Dawna Markova hat eines von vielen Lerntypenmodellen entwickelt. Ihr Modell gefällt mir besonders gut, da Sie verschiede Kanäle beziehungsweise Bewusstseinsstufen mit einbezieht. Der Mensch wird nicht auf den ersten Kanal (bewusst) reduziert, sondern die Anderen (unbewusst und unterbewusst) werden mit einbezogen. Daraus können sich folgende Lerntypenmodelle ergeben:
V-A-K V-K-A
A-V-K A-K-V
K-V-A K-A-V
Die fetten Anfangsbuchstaben weisen auf den Lerntyp im 1. Kanal hin.
Spannend an diesem Modell ist die Reihenfolge und den Abstand der einzelnen Sinne. Das heisst ein V-A-K (Visuell-Auditiv-Kinästhetisch) welcher im 1.Kanal visuell ist, hat klar die Eigenschaften eines Visuellen. Der Abstand der anderen zwei Sinne ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden. Es kann sehr grosse Unterschiede geben. Vielleicht haben Sie schon den Vorwurf gehört: "Du hast zwei linke Hände!" Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass der K an der letzten Stelle einzuordnen ist.
Wichtig, ist die Kenntnis der Reihenfolge. Dadurch können wir unser Lernverhalten und die Methoden bewusst anpassen.
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Eine Kurzfassung des bewussten Wahrnehmens |
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1.Kanal Bewusst:
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Verbindung zu Anderen
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Lernen
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V: sehen, beobachten
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A: zuhören, diskutieren
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K: Tun, Erfahren
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Erinnern
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V: Wörter durch sehen, Menschen am Gesicht
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A: Namen, Fakten
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K: Was getan wurde
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Ablenkung durch
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V: Visuelle Unordnung
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A: zufällige Geräusche
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K: Bewegungsmangel, unfertige Projekte
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Verhalten im Streit
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V: sucht, wer Unrecht hat
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A: wird vernünftig, spricht laut
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K: Themenwechsel, Beschwichtigung
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Was bringt mir dieses Wissen? |
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Mir hat es in erster Linie viel Verständnis für mich und meine Mitmenschen gegeben. Jeder Mensch ist verschieden und hat seine ganz speziellen Vorlieben. Im Unterricht nehme ich „Störungen“ eher als Hinweise auf den Lerntypen war. Kinästhetische Menschen bewegen sich gerne und brauchen Action um zu lernen. Sobald es in den Reihen zappelt, ist es ein Zeichen, dass wieder einmal Action angesagt ist. Der Auditive hört viel spannendes und der Visuelle liebt schöne Bilder und Ordnung.
Gerne erwähne ich die Kinästheten besonders oft, da Sie meistens zu kurz kommen! Klar ist, dass die anderen Lerntypen auch berücksichtigt werden müssen. Fakt ist: Jeder Mensch hat von jedem Lern-Typ etwas... also lernen wir am Besten mit allen 3 Kanälen!
Wenn Sie Lust haben, können Sie das neue Wissen gerade mehrsinnig aktivieren:
Aufstehen und folgender Text laut sprechen und mit der Körpersprache symbolisieren:
"Es gibt 3 verschiedene Lerntypen: (alles mit der Körpersprache unterstützen) Die Visuellen (auf die Augen zeigen), sie sehen und beobachten gerne. Sie erinnern sich gut an gesehene Wörter und Gesichter. Sie lassen sich leicht durch visuelle Unordnung ablenken... Dann gibt es die Auditiven. Sie hören (Ohren zeigen) und sprechen (Mund zeigen) gerne. Beim Lesen bewegen Sie oft die Lippen. Sie lassen Sich durch akustische Reize ablenken. Sie brauchen viele Wiederholungen. Und ganz besonders gibt es die Kinästheten. Diese Menschen lieben Bewegung und Action. Sie führen ein bewegtes Leben (mit dem Körper die Bewegung zeigen) und alles was erstarrt vermeiden sie. Sie müssen den Stoff beGREIFEN. Die kleine Bewegung zwischen durch hilft ihnen die Konzentration zu behalten."
Lesetipp für alle Lehrer/innen und Interessierte:
Wie Kinder lernen von Dawna Markova
Viel Spass mit dem neuen Wissen!
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Die Kunst des NICHT-Lernens |

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Stellen Sie Sich einmal vor... Hans geht seit 4 Jahren in die Schule. Er beherrscht die Buchstabenkunst schon fast wie ein grosser Dichter. Wenn die Lehrerin das Aufsatzheft mit folgenden Worten zurück gibt: „Toll Hans, du hast eine grossartige Geschichte geschrieben... und schau einmal, wie viel du richtig geschrieben hast!“ beginnen die Augen von Hans zu leuchten. Hans öffnet das Heft und bestaunt die leicht grün kolorierte Seite. Nur wenige Stellen sind nicht grün markiert. Klein Hans fühlt sich gut. Wenn er das Heft zurück blättert sieht er, nur wenige grüne Stellen auf der Seite. Nach dem Motto je grüner desto besser... blättert Hans das Heft durch und freut sich an seinen Fortschritten. Das Selbstvertrauen von Hans wächst und wächst!
Halt! Das klingt wie ein Märchen! Einverstanden. Schauen wir uns einmal die Realität an. Korrigiert werden die Fehler mit ROT. Besprochen und gezählt werden die Fehler. Das Augenmerk liegt bei den Fehler. Wenn ich meine Schüler frage: „Was könnt ihr nicht?“ - schrieben Sie lange Auflistungen. Frage ich hingegen: „Was könnt ihr gut?“ ... Sitzen die Schüler zum Teil lange vor dem Blatt bevor Sie etwas schreiben. Machen sie doch den Versuch einmal mit sich selbst. Nehmen sie sich einige Minuten Zeit – und schreiben sie alles auf, was sie gut können... Da passiert doch was im Kopf? Oder nicht? Wie sieht das Selbstbild aus, wenn ich alles Gute sehe? Oder wie fühlen sie sich, wenn sie an alles denken, was sie NICHT können?
Soviel zur Theorie. In der Praxis sieht das viel anders aus... „Ich muss doch den Schülern sagen, was sie falsch machen! Aus den Fehlern lern man doch!“ Wie kann ich diese Informationen in meine Praxis einbauen? Fehler machen alle. Das ist auch gut so. Als Lehrperson / Trainer / Seminarleiter ist es mir wichtig, das Selbstvertrauen der Lerner/innen zu fördern. Das positive Lernerlebnis erleichtert die Stoffaufnahme und steigert die Motivation. Das Augenmerk liegt nicht bei den Fehlern, sondern bei den Fortschritten. Dem Lerner darf sein „Wachsen“ bewusst werden.
„Wie sag ich’s dem Kinde?“ Bevor sie an den Formulierungen der Fehlerkorrektur herum schleifen, werfen sie doch einen Blich nach innen. Wann und wo haben sie sich beim lernen besonders wohl gefühlt? Wie gross sind meine Erwartungen an den Lernenden? Muss der Lernende wirklich alles wissen und „perfekt“ handhaben? Bilden sie Anfänger oder Experten aus? Wie war das, als sie den Stoff erlernten? Wie wäre das, wenn sie ihre persönliche Erwartungshaltung überprüfen und neu einstellen? Suchen sie nicht die Fehler sondern sehen sie die FORTSCHRITTE. In wiefern diese neue Einstellung Auswirkungen auf die „Arbeitsfreude“ hat können nur sie selbst heraus finden.
Ach übrigens, ... und was können Sie gut?
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Weg von der Null-Fehler Kultur |

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„Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.“ Laurence Johnston Peter (1919-90), amerikanischer Managementberater
Bevor ich näher auf den Fehler eingehe, will ich zuerst folgende Feststellungen machen:Der Mensch ist ein unvollkommenes Wesen, welches in einer unvollkommenen Welt lebt.Die Natur stellt immer mehrere Varianten und Lösungen bereit, wobei sich „das Beste“ meistens durchsetzten kann. (Evolution ist demnach ein chaotisch-dynamischer Prozess mit verschiedenen Lösungsansätzen)Das Wissen, welches wir (gesamte Menschheit) erarbeiten und anwenden, ist genau so unvollkommen wie wir Menschen. Die „Grenzen“ werden also von uns selbst gesetzt.Versuch und Irrtum (trial and error) ist ein Lernprozess, bei dem das Fehler machen ein wichtiger Bestandteil ist. Fehler gehören zum Lern- und Weiterentwicklungsprozess dazu Jeder gemachte Fehler ist eine Chance, etwas zu lernen und neue Wege zu gehen. Dabei spielt die Haltung und der Umgang mit Fehlern eine grosse Rolle. Zu erst sollten wir die emotionale Verbindung mit „Fehlern“ überprüfen. Was empfinde ich bei folgendem Satz? „Da hast du einen Fehler gemacht!“ Wenn dieser Satz negative Gefühle auslöst, ist das vermutlich auf die erlebte Fehlerkultur zurückzuführen. Eine Null-Fehler-Kultur provoziert, dass Fehler mit Schwäche und Nichtwissen in Verbindung gebracht werden. Also gilt es, möglichst jeden Fehler zu vermeiden. Damit keine Fehler gemacht werden, haltet man sich besser an Richtlinien und Vorgaben. Nur durch das Wiederholen von bereits Erprobtem, können Fehler vermieden werden. Diese Technik hat ihre Berechtigung wenn es um Sicherheit von Menschen geht. Oder würden Sie gerne bei einem äusserst kreativen Pilot beim Doppellooping-Landeversuch im Flugzeug sitzen? Der Schlüssel liegt beim Umgang mit Fehlern. Gerade im Lernprozess kann der Fehler ein gutes Arbeitsinstrument sein. Da der Fehler ein Einblick in den Denkprozess gibt, kann der konstruktiv genutzt werden. (Mehr zum Konstruktivismus) Ein kreativer Mensch, der neue Wege sucht, darf Fehler machen. Jeder Fehler ist eine Anzeige auf eine Verbesserung. Durch das „Fehler machen dürfen,“ wird die eher negative Färbung bezüglich der Fehler abgeschwächt - oder sogar komplett verändert. Das neue Fehler-Klima wirkt sich positiv auf das Arbeits- und Lernklima aus. Es gibt keine Fehlervertuschungen und Schuldzuweisungen mehr. Ich wage zu behaupten, dass eine offene Fehler-Kommunikation die Erfolgskurve in die Höhe steigen lässt. Hierbei ist es wichtig, als Trainer/in, Lehrer/in, Chef/in oder einfach als Mensch seine Fehler zu gestehen und sie offen zu kommunizieren (Vorbildfunktion). Jeder Fehler ist eine Chance zur Verbesserung. Hier möchte ich jedoch auf meinen Bericht „Die Kunst des NICHT-Lernens“ verweisen. Gerade beim Lernprozess ist es wichtig die Aufmerksamkeit auf das Können zu lenken, um das Selbstvertrauen zu stärken. Durch das gestärkte Selbstvertrauen und die Freude an der Sache kann die eigene Motivation (intrinsische Motivation) wachsen. Im Lernprozess gilt es die individuelle Mischung zwischen Fehlerkorrektur und Wertschätzung der Lernfortschritte zu finden.
Der chaotisch-dynamische Lernprozess Wenn Sie mehr Lust auf Fehler bekommen haben, wäre dieses Experiment sicher eine gute Erfahrung... Der chaotisch-dynamische Lernprozess kann auf allen Stufen durchgeführt werden. < Hier mehr>
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